Sofortmaßnahmen nach einem Infektionsrisiko
Das Risiko einer HIV-Übertragung hängt immer von Art und Dauer des Kontakts mit Körperflüssigkeiten ab, die wiederum unterschiedlich infektiös sind. Lediglich bei der Aufnahme von
HIV-haltigem Blut, Sperma und Vaginalflüssigkeit in den eigenen Körper besteht ein Infektionsrisiko, das sich wie folgt verringern lässt:
- Intakte Haut (nicht Schleimhaut!)
Kein Risiko.
- Entzündete, verletzte Haut (nicht Schleimhaut!)
Abwaschen und möglichst desinfizieren.
- Auge
Mit viel Wasser spülen.
Besser: Mit PVP-Jodlösung in 2.5%-iger Konzentration spülen.
- Mundschleimhaut
Ausspucken und Mund mit viel Wasser spülen.
Besser: Mehrmals kurz (je 10-15 Sekunden) mit hochprozentigem (möglichst 80%) Alkohol spülen.
- Penis oder Vulva (äußere Schamlippen)
Waschen unter fließendem Wasser mit Seife. Wasserlassen, um Harnröhre zu spülen.
- Darm oder Vagina (Scheide)
Nicht spülen, da zu große Verletzungsgefahr, wodurch man das Virus erst recht ´einreibt´.
Was ist (Postexpositionsprophylaxe (PEP)?
Eine PEP ist ein Behandlungsversuch nach einem Kontakt mit einem hohem HIV-Risiko,
wie z.B. einem Kondomunfall mit einem (vermutlich) HIV-positiven Partner.
Die PEP besteht aus einer vierwöchigen Einnahme verschiedener, starker Medika-
mente, die ein Eindringen des Virus in den Körper verhindern sollen. Leider gelingt
dies nicht immer und es kann trotz PEP zu einer HIV-Infektion kommen. Außerdem
geht die Behandlung mit unangenehmen Nebenwirkungen einher (Durchfall, Übelkeit,
Stimmungsschwankungen etc.).
Eine PEP sollte so schnell wie möglich, am besten innerhalb von 2 Stunden, möglichst
in den ersten 24 Stunden und maximal bis zu 72 Stunden nach einem HIV-Risiko be-
gonnen werden.
PEP: In welchen Fällen?
Nur im Falle eines wirklichen Risikos für eine HIV-Infektion sollte eine PEP eingeleitet wer-
den. Hierzu gehört die Sicherheit oder zumindest begründete Annahme, der Partner sei HIV-
positiv und eine der folgenden Übertragungssituationen:
- Gebrauch eines HIV-kontaminierten Injektionsbestecks
Stichverletzungen durch länger herumliegende Kanülen (Stichwort Sandkasten) sind kein HIV-Risiko.
- Ungeschützter vaginaler oder analer Geschlechtsverkehr (z.B. infolge eines geplatzten Kondoms).
- Ungeschützter oraler Geschlechtsverkehr mit der Aufnahme von Sperma des HIV-infizierten Partners in den Mund.
Trotz allem gilt: "Die Pille danach, ist keine Alternative sich zu schützen! Vorbeugen ist unverzichtbar!"